Digitalisierung vs. Fachkräftemangel

Das allgegenwärtige Problem des Fachkräftemangels löst sich nicht von allein. Diese Einsicht hat inzwischen auch in der Gastro-Branche dazu geführt, dass sich Geschäftsleute verstärkt mit dem Thema Digitalisierung auseinandersetzen. Viele haben gemerkt, dass sie jetzt personalintensive Prozesse optimieren müssen, damit sie auch in Zukunft erfolgreich sind. Adäquate Tools dafür gibt es auf jeden Fall einige.

Wie die Gastronomie dem Fachkräftemangel entgegenwirken kann

In der Gastronomie ist die Digitalisierung so eine Sache. Einerseits gibt es nach wie vor viel zu viele Gastronomen, die sich gar nicht erst mit diesem „neumodischen, digitalen Zeug“ beschäftigen wollen. Schliesslich läuft das Geschäft doch auch ohne. Andererseits schreckt die Digitalisierung auch immer noch viele Mitarbeiter ab, die Angst haben, ihren Job irgendwann an einen Roboter zu verlieren. 

 

Um das Image der Digitalisierung in Gastronomie und Hotellerie steht es also nicht gut. Trotzdem macht es den Anschein, als ob die allgemeine Skepsis langsam, aber sicher einer vorsichtigen Neugier wiche: Immer mehr BetreiberInnen von Restaurants trauen sich mittlerweile an das Thema heran und testen das ein oder andere Tool doch. Alles recht zaghaft zwar, aber immerhin. Selbst dieses zögerliche Herantasten ist schon ein Fortschritt. Die Mehrzahl der Gastgebenden handelt diesbezüglich aber keineswegs aus Überzeugung oder Pioniergeist, sondern setzt sich schlicht aus purer Not mit der Digitalisierung auseinander. Der sich breitmachende Fachkräftemangel macht’s möglich.

Kampf um den Fachkräftemangel voll entbrannt

Es ist nicht mehr totzuschweigen: Der ungedeckte Bedarf an Fach-, Führungs- und Nachwuchskräften bedroht die Gastronomie als solche in seiner Gesamtheit. Kneipensterben, geschlossene Sternerestaurants: Allesamt Auswirkungen, die direkt oder indirekt mit fehlendem oder unqualifiziertem Fachkräften in Verbindung stehen. Headhunter zählen heute vermehrt auch Unternehmen aus dem Gastgewerbe zu ihrem Kundenstamm. Das Licht am Ende des Tunnels ist leider nicht in Sicht.

 

Die Situation wird sich in Zukunft eher auch nicht bessern, sondern sich im Gegenteil noch verschlimmern. Die Zahlen der Ausbildungsverhältnisse seien seit Jahren rückläufig, während der Bedarf an Nachwuchsfachkräften stetig stiege. Zu häufig werden Ausbildungsverhältnisse zudem vorzeitig beendet, auch wenn es oft nur einem Wechsel des Ausbildungsganges innerhalb der Branchenberufe geschuldet ist. Und nur zu oft können Betriebe nicht alle Stellen besetzen.

Auch die Spitzengastronomie denkt um

Die katastrophale Personalsituation im Gastgewerbe wird sich so schnell also nicht entspannen. Deshalb sollten sich zukunftsgerichtete Arbeitgeber besser mit digitalen Entwicklungen beschäftigen, um das knappe Personal zu entlasten.

 

Dies gilt jedoch nicht nur für das gutbürgerliche Restaurant oder die Imbissbude ums Eck. Der Fachkräftemangel hat mittlerweile auch in die Spitzengastronomie Einzug genommen. Es gibt heutzutage wohl kaum ein Sternerestaurant mehr, das nicht verzweifelt Online-Stellenanzeigen platziert – auf der eigenen Startseite, wohlgemerkt. Dass auch renommierte Gourmettempel intensiv um qualifizierten Nachwuchs buhlen müssen, ist neu. Dies war bis vor wenigen Jahren noch undenkbar.

 

Seit einiger Zeit denkt auch die gehobene Gastronomie um, und immer mehr SpitzenköcheInnen plädieren für einen offeneren Umgang mit der Digitalisierung.

Digitale Helferlein

Die gute Nachricht: Gastronomen, die ihre Angestellten mit digitalen Werkzeugen entlasten wollen, können heute aus einem stetig wachsenden Kreis an innovativen Anbietern auswählen. Beinahe täglich präsentieren Startups, aber auch etablierte Unternehmen zum Teil bahnbrechende Entwicklungen. Personalintensive Prozesse lassen den betrieblichen Gastro-Alltag effizient automatisieren. Die Angebotspalette erstreckt sich dabei von intelligenten Sprachassistenten, digitale Gästemappen über selbstlernende, digitalisierte Chatbots und bis hin zu Servicerobotern.

 

Angesichts neuer Tools und Services fragen sich die Gastgebenden: Welche Features brauche ich für mein Restaurant? Worauf muss ich bei deren Einsatz achten? Und wann zahlen sich die Investitionen für mich aus? Finde ich die gesunde Balance zwischen Digitalisierung und Mensch? Alles berechtigte Fragen, beantworten muss sich diese jedoch jeder individuell: Durch den Willen, etwas auszuprobieren und eine „Einfach-mal-machenˮ-Mentalität. Denn nur so kann man sein Restaurant fit für die Zukunft machen. Totalverweigerung hingegen wird früher oder später unweigerlich zur Niederlage im Kampf um das Personal führen.